Cashpresso: 1500 Euro und zeig dich mal nackt!

Cashpresso ist ein Startup aus Wien von den drei Gründern Daniel Strieder, Michael Handler und Jörg Skornschek  welches verspricht, dass es hilft bei finanziellen Engpässen. Die Hilfe sieht so aus, dass ein Kredit in der Höhe von bis zu 1.500 Euro mit Sollzinsen in der Höhe von 9,99 % gewährt wird. Zwei der Gründer kommen aus dem Payolution Umfeld und verfügen somit über Erfahrung in Sachen Kauf auf Rechnung im Internet.

Cashpresso geht mit Kredit-App für iOS und Android an den Start

Das Unternehmen geht nun mit einer Kredit-App an den Start, welche für Android als auch für iOS verfügbar ist. Kreditvergabe per App? Neu, innovativ, aber ob die Zielgruppe dieses Angebot auch tatsächlich annimmt? Das Angebot in der Höhe von 9,99 % Sollzinsen ist keineswegs so gut, dass es mit einer Kontoüberziehung bei einer Direktbank mithalten kann (diese kostet im Moment rund 7 % an Sollzinsen) und ist direkt integriert in das Girokonto ohne mühseliges Klick-Klick in einer fremden App.

Interessant könnte es für jene sein, welche bereits den Rahmen maximal ausgereizt haben und nun doch noch ein wenig Geld benötigen. Aber dieser Personenkreis hat wohl bereits andere Probleme und hier könnte der Besuch der Schuldnerberatung eine bessere Investition sein als noch mehr Schulden aufzubauen, insbesondere weil es sich wohl um Konsumschulden handelt, welche vermieden werden sollten.

Spannend ist hingegen die Tatsache, dass es einen gratis Probemonat gibt. Die Neukunden sollen mit einem gratis Probemonat angelockt werden. In diesen ersten 30 Tagen gibt es nämlich keine Verrechnung von Sollzinsen und damit ist das Ausprobieren von Cashpresso total kostenlos.

Die Kosten von Cashpresso

Die Kontoführung ist bei Cashpresso kostenlos, die Sollzinsen sind 9,99 % p. a. – alle anderen Dienstleistungen, bis auf die Mahngebühren in der Höhe von 2,50 Euro und Kosten für Rücklastschriften (ebenfalls 2,50 Euro plus fremde Kosten), sind kostenlos. Also alles sehr transparent von der Konditionenpolitik.

Der cashpresso Dispokredit kann bis zu einer Höhe von € 1.500 genutzt werden. Verrechnet werden Zinsen in Höhe von 9,99% auf den ausbezahlten Betrag. Die Vertragslaufzeit beträgt 48 Monate und verlängert sich automatisch. Die monatliche Mindestrückzahlung beträgt 3% des offenen Betrages, mindestens aber € 10. Die Laufzeit kann frei gewählt werden, sofern der Konsument eine andere Laufzeit gerne hätte – die monatliche Mindestrückzahlung muss aber beachtet werden.

Die Bewerbung des Angebots erfolg von Seiten von Cashpresso unter anderem mit folgendem Sujet:

Antrag von Cashpresso

Der Kreditantrag bei Cashpresso ist mehr als einfach und verleitet so schnell zur Eröffnung des kleinen Kredits:

  • Konto eröffnen: Daten angeben und E-Mail-Adresse bestätigen
  • Kurzer Video Call: Identität bestätigen und Vertrag elektronisch unterschreiben
  • Geld auszahlen: Sofort nach dem Video Call Geld überweisen

Datenschutz: Mach dich nackt und zeig mir wer du bist und was du machst!

Update – 12.9.2016, 13:44 Uhr

Der Cashpresso CEO Daniel Strieder machte dankenswerterweise in einer E-Mail darauf aufmerksam, dass die AGB von Cashpresso den besprochenen Kontocheck ermöglichen, dieser aber noch nicht angeboten wird. Dies ist noch Zukunftsmusik. Laut Cashpresso CEO Daniel Strieder geht das Unternehmen den Weg, dass in erster Linie die Bonität über Auskunfteien festgestellt wird und wenn der Kunde ein Grenzfall ist, so kann dieser auf freiwilliger Basis einen Zugriff auf sein aktuelles Bankkonto geben. Dieses Konto wird sodann analysiert und Cashpresso vergibt dann den Kredit oder eben auch nicht. Daniel Strieder betont, dass der Kunde dies auf freiwilliger Basis macht und dieser Schritt der optionale Schritt, wenn die Bonitätsauskunft zu wenige Informationen hergab oder Cashpresso den Kreditwerber als Grenzfall einstuft. 

Hier der ursprüngliche Artikel zum Thema Datenschutz bei Cashpresso:

Wer Cashpresso nützt, der darf keine Scheu davor haben einen Konto-Striptease zu machen, denn der Datenhunger von Cashpresso ist immens! Während bei den Konditionen noch mit „transparent & fair“ geworben wird, so wird einem wohl mulmig, wenn man sich die Bedingungen von Cashpresso durchliest. Neben einer Meldung an den KSV1870 bzw. bei deutschen Kunden an die Schufa und vielen anderen Auskunfteien (die Liste gibts weiter unten) gibt der Konsument Cashpresso Zugriff auf das Referenzgirokonto von dem die Kreditraten abgebucht werden sollten und dies über einen Direktzugriff über das Online Banking. Cashpresso informiert so in seinen Bedingungen darüber:

„Hierzu loggen Sie sich über die Oberfläche des Dienstleisters in Ihr Online-Banking-Konto ein. Auf Basis dieses Zugriffs können Informationen in Ihrem Online-Konto erhoben und bereitgestellt (=Kontoinformationsdienst) werden. Alle von unserem Dienstleister gespeicherten Daten werden ausschließlich in einem nach ISO27001 zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland gespeichert.“

Schlussendlich schreibt Cashpresso dann, dass folgende Daten und Informationen abgezogen werden und somit Cashpresso zur Verfügung stehen, nachdem der Kunde Cashpresso darauf Zugriff gegeben hat. Man kennt dies von Überweisungsservices wie SOFORTüberweisung, nur hier werden diese Informationen für die Vergabe von Krediten verwendet.

Genau schreibt Cashpresso, dass Cashpresso, sobald der Kunde das gewünschte Konto im Online Banking ausgewählt hat, der Dienstleister folgende Daten auslesen kann:

    BankverbindungsdatenKontoinhaber, Kontobezeichnung, IBAN, BIC, Kontonummer, BLZFinanzinformationenKontostand, Verfügungsrahmen, Disporahmen, bis zu 365 Tage zurückliegende Umsätze, Daueraufträge, TerminüberweisungenStammdatenAdressen, Geburtsdaten

Dazu kommt noch die Information, dass ganz gleich ob und wie das Produkt denn nun verwendet wird, werden sicherlich mal folgende Daten an den Dienstleister der Bank übermittelt:

    BankverbindungsdatenKontoinhaber, Kontonummern bzw. IBAN, BLZ bzw. BIC

Aber das war noch nicht alles, denn Cashpresso informiert, dass in Abhängigkeit der von Cashpresso avisierten Nutzung der Systeme des Dienstleisters im Sinne eines Kontoinformationsdienstes auch noch weitere Daten übermittelt werden könnten, wie z. B.:

  • Art, Höhe und Verwendungszweck von Kontoumsätzen z.B. in Form eines Kontoauszugs
  • Ergebnis der Überprüfung der Übereinstimmung eines übergebenen Namens mit dem hinterlegten Kontoinhaber (Namensabgleich)
  • Übermittlung von Adress- und Geburtsdaten
  • Kontostand, Dispo, verfügbarer Betrag
  • Mittels elektronischer Datenverarbeitung aufbereitete finanzielle Daten wie errechnetes Durchschnittseinkommen, Wohnkosten und Kreditverbindlichkeiten, Anzahl Rücklastschriften, Datenkategorisierungen etc.

Wem das noch nicht genug ist an Datenübermittlung, für den gibts noch die gesamte Liste an Auskunfteien bei denen Anfragen zur Bonität gestellt werden:

  • CRIF GmbH, Diefenbachgasse 35, A-1150 Wien
  • KSV1870 Information GmbH, Wagenseilgasse 7, A-1120 Wien
  • Deltavista GmbH, Dessauerstraße 9, D-80992 München
  • Creditreform Boniversum GmbH, Hellersberdstraße 11, D-41460 Neuss
  • Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG, Gasstraße 18, D-22761 Hamburg
  • infoscore Consumer Data GmbH, Rheinstraße 99, D-76532 Baden-Baden
  • Nationale und internationale Kreditinstitute im Rahmen des allgemeinen Bankauskunftsverfahrens

Cashpresso ist frisch, innovativ, aber hat einen ungeheuren Datenhunger!

Ein FinTech Startup aus Österreich ist stets willkommen, denn Unternehmergeist gehört belohnt. Die Smartphone App von Cashpresso ist nun das erste Produkt mit einem Schnellkredit von bis zu 1.500 Euro und weitere werden wohl noch folgen. Aufgepasst werden sollte aus der Sicht der Konsumenten, welchen Datenhunger Cashpresso hat, denn Kunden offenbaren dem Unternehmen einen tiefen Einblick in die finanziellen Verhältnisse und diese Daten werden wohl mehr als intensiv ausgearbeitet. Ebenso ein Dorn im Auge könnten die zahlreichen Anfragen bei Bonitätsauskünften sein.

Link zu Cashpresso:

zu Cashpresso »

Über cashpresso

cashpresso – eine Marke des Wiener FinTech Start-up Credi2 – vermittelt vom klassischen Bankkonto unabhängige Dispokredite der Deutschen Handelsbank. Der gesamte Prozess ist komplett online abgewickelt und ermöglicht die Auszahlung des € 1.500 Kreditrahmens innerhalb von 10 Minuten. Die Credi2 GmbH wurde 2015 von Daniel Strieder, Michael Handler und Jörg Skornschek gegründet. Im Frühjahr 2016 konnten namhafte Investoren wie der VC Fonds Speedinvest, Hansi Hansmann, die Runtastic Gründer und Stefan Kalteis an Bord geholt werden. Ab sofort ist cashpresso für deutsche und österreichische Staatsbürger verfügbar.

Fakten zu cashpresso:

Branche: FinTech
Länder: Deutschland, Österreich
Investoren: VC Fonds Speedinvest, Hansi Hansmann, Runtastic Gründer, Stefan Kalteis
Unternehmen: Credi2 GmbH
Adresse: Schottenfeldgasse 85/2, 1070 Wien, Österreich


Über Deutsche Handelsbank

Die Deutsche Handelsbank – eine Marke der Deutschen Kontor Privatbank AG – bietet insbesondere E-Commerce Unternehmen (B2C/B2B), Marktplätzen als auch Unternehmen, welche Dienstleistungen bzw. Software „as a Service“ anbieten (SaaS, B2B/B2C) den klassischen Zahlungsverkehr, Factoring-Lösungen sowie die flexible „Working Capital Finanzierung“ an. Mit ihren auf das Internetumfeld spezialisierten Produkten und Dienstleistungen begleitet und fördert die Deutsche Handelsbank das Wachstum ihrer Kunden und steht dabei auch als erfahrener Bankpartner im FinTech Umfeld bereit.

Fakten Deutsche Handelsbank:
Branche: Bank, Working Capital / Fremdkapital, Zahlungsverkehr, FinTech, Factoring u.a.
Unternehmen: Deutsche Kontor Privatbank AG – Deutsche Handelsbank
Adresse: Elsenheimerstraße 41, D-80687 München

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