Die Teuerung in Österreich hat sich im Juni 2026 spürbar abgeschwächt. Laut Schnellschätzung von Statistik Austria lag die Inflationsrate voraussichtlich bei 3,2 Prozent, nach 3,7 Prozent im Mai. Der Rückgang um 0,5 Prozentpunkte geht vor allem auf die Energiepreise zurück. Im Monatsvergleich blieb das Preisniveau unverändert.
- Jahresinflation Juni 2026: 3,2 Prozent (nach 3,7 Prozent im Mai)
- Rückgang gegenüber Mai: 0,5 Prozentpunkte
- Veränderung zum Vormonat: ±0,0 Prozent
- Kerninflation: 3,3 Prozent

Treibstoffe und Heizöl bremsen die Teuerung
Ausschlaggebend für den Rückgang war, dass Treibstoffe und auch Heizöl im Juni weit weniger preistreibend wirkten als im Vormonat. Dadurch stiegen die Energiepreise insgesamt nur noch um 5,4 Prozent, nach kräftigen 9,8 Prozent im Mai. Auch bei Nahrungsmitteln, Tabak und Alkohol ließ der Preisdruck nach: Diese Gruppe verteuerte sich um 1,5 Prozent, nach 2,2 Prozent. Industriegüter entwickelten sich mit plus 1,1 Prozent (nach 1,3 Prozent) ebenfalls unterdurchschnittlich.

Dienstleistungen bleiben der größte Preistreiber
Anders das Bild bei den Dienstleistungen: Sie verteuerten sich wie schon im Mai um 4,4 Prozent und haben damit weiterhin den größten Einfluss auf die Inflation. Mit einem Beitrag von 2,214 Prozentpunkten steuern sie mehr als zwei Drittel der Gesamtteuerung bei. Die Kerninflation aus Industriegütern und Dienstleistungen lag mit 3,3 Prozent über der Gesamtrate, ein Hinweis darauf, dass der binnenwirtschaftliche Preisdruck hartnäckig bleibt, während die Energiepreise nachlassen.

Die Sonderaggregate im Überblick
| Teilindex | Gewicht (%) | Veränderung ggü. Juni 2025 | Beitrag (Prozentpunkte) |
|---|---|---|---|
| VPI-Gesamtindex | 100,00 | 3,2 % | 3,2 |
| Kerninflation (A+S) | 76,75 | 3,3 % | 2,515 |
| Industriegüter (A) | 27,25 | 1,1 % | 0,302 |
| Energie (E) | 8,19 | 5,4 % | 0,464 |
| Nahrungsmittel, Tabak, Alkohol (F) | 15,06 | 1,5 % | 0,222 |
| Dienstleistungen (S) | 49,50 | 4,4 % | 2,214 |
Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)
Der EU-weit vergleichbare HVPI fiel im Juni etwas niedriger aus als der nationale VPI. Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus der Gewichtung, unter anderem deckt der HVPI auch die Ausgaben ausländischer Tourist:innen ab.
- HVPI Juni 2026: +3,1 Prozent zum Vorjahr
- Veränderung zum Vormonat: −0,3 Prozent
Einordnung und Ausblick
Bei den Zahlen handelt es sich um eine vorläufige Schnellschätzung, die auf rund 80 bis 90 Prozent der erhobenen Preise beruht und noch nicht vollständig validiert ist. Für vertragliche Wertanpassungen darf sie nicht herangezogen werden. Den endgültigen Indexstand samt Detailergebnissen für Juni 2026 veröffentlicht Statistik Austria am 17. Juli 2026. In Summe zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Der Preisdruck bei Energie und Waren lässt nach, während die Dienstleistungen die Teuerung weiter hoch halten und damit auch die Kerninflation über der Gesamtrate.
