Revolut erhält Vollbanklizenz in Frankreich, was das für Österreich bedeutet

Revolut hat für seine neu gegründete Einheit Revolut Bank S.A. eine Vollbanklizenz erhalten, nachdem sie vor wenigen Monaten in Paris einen größeren Bürostandort eröffnet haben. Die Entscheidung kam nach gemeinsamer Prüfung durch die französische Aufsichtsbehörde ACPR und die Europäische Zentralbank zustande und wurde vom EZB-Rat formell abgesegnet. Für das britische Fintech-Unternehmen ist das ein bedeutender Schritt, Revolut baut damit neben der bisherigen litauischen Einheit Revolut Bank UAB einen zweiten europäischen Banksitz auf, mit Hauptquartier für Westeuropa künftig in Paris.

Konkret bedeutet die Lizenz, dass Revolut Bank S.A. schrittweise Kundinnen und Kunden übernimmt, zunächst in Frankreich selbst. Danach sollen laut Unternehmensangabe Deutschland, Irland, Italien, Portugal und Spanien folgen. Österreich wird in der aktuellen Mitteilung nicht erwähnt, ein Termin oder auch nur eine Ankündigung für eine Umstellung heimischer Konten gibt es derzeit nicht. Es darf daher angenommen werden, dass die österreichischen Kundschaften weiterhin bei der litauischen Bank Revolut Bank UAB bleiben werden. Revolut und Österreich, das ist keine große Rolle im Konzert der Neobank.

Was ändert sich für Kundinnen und Kunden in Österreich

Für die meisten österreichischen Revolut Nutzer ändert sich durch die neue französische Lizenz vorerst nichts. Wer hierzulande ein Revolut Konto führt, ist weiterhin Kunde der Revolut Bank UAB mit Sitz in Vilnius. Diese Einheit bleibt laut Revolut zentraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit für den Rest des Europäischen Wirtschaftsraums und untersteht neben der litauischen Zentralbank ebenfalls der EZB.

Praktisch heißt das vor allem, dass sich an der Einlagensicherung nichts ändert. Guthaben auf österreichischen Revolut Konten sind weiterhin über die litauische Einlagensicherung (Indėlių ir investicijų draudimas) bis zu 100.000 Euro pro Kunde abgesichert, nicht über ein französisches oder österreichisches System. Das von Revolut angekündigte Dual Hub Modell mit einem Standort in Paris und einem in Vilnius soll langfristig eine stärkere Lokalisierung der Produkte in den einzelnen Märkten ermöglichen. Ob und wann Österreich in dieses Modell einbezogen wird, ist offen, aus der aktuellen Mitteilung lässt sich das nicht ableiten.

Für den Moment bleibt die Lizenzankündigung also vor allem eine strukturelle und strategische Meldung, mit der Revolut seine Ambition unterstreicht, die größte und vertrauenswürdigste Bank Europas zu werden. Das Unternehmen zählt aktuell rund 30 Millionen Kundinnen und Kunden in Westeuropa und weltweit über 75 Millionen, verteilt auf 40 Märkte.

Revolut lagert deutsches Tagesgeld zur Deutschen Bank aus, Österreich bleibt unverändert

Revolut hat sein Tagesgeldangebot in Deutschland umgestellt. Seit dem 4. August 2026 werden neu eröffnete Instant Access Savings Konten nicht mehr direkt bei der Revolut Bank UAB geführt. Stattdessen wird das Geld über ein Sammeltreuhandkonto bei der Deutschen Bank AG verwahrt. Revolut verwaltet die Einlagen im Namen der Kundinnen und Kunden.

Für neue Tagesgeldkonten ändert sich damit vor allem die Einlagensicherung. Guthaben sind künftig über das deutsche Einlagensicherungssystem bis 100.000 Euro pro Person geschützt. Bisher galt die litauische Einlagensicherung. Bereits vor dem 4. August eröffnete Konten bleiben bei der Revolut Bank UAB und damit unter litauischem Einlagenschutz.

An den Zinssätzen, der täglichen Zinsgutschrift und dem jederzeitigen Zugriff ändert sich laut Revolut nichts.

Wie viel Zinsen zahlt Revolut?

Der Zinssatz hängt vom gewählten Abo und der Höhe des Guthabens ab:

AboZinssatzBis GuthabenZinssatz darüber
Standard2,25 %5.000 €1,25 %
Plus2,25 %5.000 €1,25 %
Premium2,25 %10.000 €1,50 %
Metal2,25 %unbegrenzt
Ultra2,50 %100.000 €2,25 %

Nur beim Ultra-Abo liegt der Zinssatz mit 2,50 Prozent über 2,25 Prozent.

Vergleich mit anderen Anbietern

Trade Republic zahlt aktuell 2,25 Prozent auf nicht investiertes Guthaben ohne Obergrenze. Scalable Capital bietet 2,50 Prozent auf einem separaten Tagesgeldkonto. Trading 212 wirbt mit bis zu 3,5 Prozent, nutzt dafür jedoch Geldmarktfonds, sodass nicht die klassische Einlagensicherung greift.

Revolut liegt damit bei den Zinssätzen ungefähr auf dem Niveau von Trade Republic und Scalable Capital. Für neue deutsche Kundinnen und Kunden kommt nun die deutsche Einlagensicherung als zusätzlicher Vorteil hinzu.

Und in Österreich?

Für österreichische Kundinnen und Kunden ändert sich vorerst nichts. Die Guthaben werden weiterhin direkt bei der Revolut Bank UAB geführt und über die litauische Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person abgesichert. Der Zinssatz für das Revolut Tagesgeld liegt in Österreich bei mageren 1,00 % p.a. für die Stnadard und Plus Abos. Für Premium Abos bei 1,25, für Metal Abos bei 1,50 und bei Ultra Abos um 60 Euro im Monat, liegt der Zins bei 2,00 % p.a. bis 100.000 Euro.

Eine Umstellung auf eine Partnerbank nach deutschem, spanischem oder niederländischem Vorbild wurde für Österreich bisher nicht angekündigt.

Das Revolut Standard Angebot in Österreich im Überblick

Unabhängig von der Struktur hinter den Kulissen bleibt das Produkt für österreichische Revolut Nutzende unverändert. Im kostenlosen Standard Paket, dem Basisangebot ohne Abogebühr, gelten aktuell folgende Konditionen (Stand August 2026):

LeistungStandard
Monatliche Kontoführung0 Euro
Erste Debitkarte (Mastercard oder Visa)kostenlos, Versand 7,99 Euro
Bargeldbehebungen5 Behebungen oder 200 Euro pro Monat kostenlos, danach 2 %, mindestens 1 Euro
Währungsumtauschbis 1.000 Euro pro Monat zum Revolut Kurs ohne Aufschlag, werktags
Währungsumtausch am Wochenende1 % Aufschlag, unabhängig vom Limit
Überweisungen an andere Revolut Nutzerkostenlos
SEPA Überweisungen im Euroraumkostenlos
Überziehungnicht möglich
DebitkarteVisa Debitkarte
Einlagensicherungbis 100.000 Euro, litauische Einlagensicherung

Wichtig für alle, die viel im Ausland unterwegs sind oder öfter Fremdwährungen tauschen, das monatliche Freilimit von 1.000 Euro gilt nur werktags, von Sonntag 18 Uhr bis Freitag 17 Uhr New Yorker Zeit. Wer am Wochenende umtauscht, zahlt den Aufschlag von 1 Prozent auch dann, wenn das monatliche Limit noch nicht ausgeschöpft ist. Wer regelmäßig größere Summen wechselt oder öfter Bargeld behebt, für den lohnt sich ein Blick auf die kostenpflichtigen Pläne Plus, Premium, Metal und Ultra, die höhere oder unbegrenzte Freilimits bieten.

Insgesamt bleibt Revolut in Österreich damit weiterhin eine reine Debitkarten- und App-Lösung ohne klassisches Bankomatkarten-System und ohne Überziehungsrahmen, für den Alltag und für Reisen aber mit vergleichsweise günstigen Konditionen innerhalb der genannten Limits.

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