Inflation im Oktober 2026 laut Schnellschätzung bei 3,6 %: Energie bleibt der große Preistreiber

  • Inflationsrate im Oktober 2026 laut Schnellschätzung von Statistik Austria: 3,6 %, damit unverändert gegenüber September
  • Im Vergleich zum Vormonat steigt das Preisniveau voraussichtlich um 0,3 %
  • Energie verteuert sich um 16,5 %, trotz der seit 1. Oktober erweiterten Spritpreisbremse
  • Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol kosten gleich viel wie vor einem Jahr
  • Die endgültigen Oktober-Werte veröffentlicht Statistik Austria am 18. November 2026

Die Teuerung in Österreich verharrt auf erhöhtem Niveau. Laut der heute veröffentlichten Schnellschätzung von Statistik Austria liegt die Inflationsrate im Oktober 2026 bei 3,6 % und damit genau dort, wo sie schon im September war. Der EU-weit vergleichbare harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) kommt auf 3,5 %. Nach 2,8 % im Juli und 3,2 % im August ist der Anstieg der letzten Monate damit zumindest vorerst zum Stillstand gekommen, eine echte Entspannung ist aber noch nicht in Sicht.

Energie teurer trotz Spritpreisbremse

Bemerkenswert ist die Entwicklung bei der Energie. Seit 1. Oktober gilt die neue Spritpreisbremse der Bundesregierung, die über eine gesenkte Mineralölsteuer und eine Begrenzung der Margen rund 12 Cent pro Liter Benzin und Diesel bringen soll. Die Steuersenkung gilt für Oktober und November, die zunächst bis Ende Oktober befristete Margenbegrenzung wurde inzwischen ebenfalls bis Ende November verlängert. Treibstoffe haben sich dadurch zwar weniger stark verteuert als ohne Eingriff, insgesamt ist die Teuerung bei Energie aber von 15,1 % im September auf 16,5 % im Oktober gestiegen. Mit einem Gewicht von nur rund 8 % im Warenkorb trägt Energie damit fast 1,4 Prozentpunkte zur Gesamtinflation bei, also mehr als ein Drittel.

Der wichtigste Inflationstreiber bleibt allerdings der Dienstleistungsbereich. Er macht knapp die Hälfte des Warenkorbs aus und verteuert sich um 4,1 % nach 4,2 % im September. Das entspricht einem Beitrag von rund 2,0 Prozentpunkten. Industriegüter legen leicht von 0,8 % auf 0,9 % zu. Entlastung kommt vom Supermarktregal: Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol sind im Jahresvergleich unverändert, nach einem Plus von 0,8 % im September. Hier wirkt weiterhin die seit 1. Juli 2026 gesenkte Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel nach. Die Kerninflation, also die Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel, liegt bei 2,9 %.

BereichGewicht im VPIOktober 2026September 2026Beitrag zur Inflation
Dienstleistungen49,50 %4,1 %4,2 %2,00 Prozentpunkte
Industriegüter27,25 %0,9 %0,8 %0,23 Prozentpunkte
Nahrungsmittel, Tabak, Alkohol15,06 %0,0 %0,8 %−0,01 Prozentpunkte
Energie8,19 %16,5 %15,1 %1,38 Prozentpunkte
VPI gesamt100,00 %3,6 %3,6 %3,6 Prozentpunkte

Quelle: Statistik Austria, Schnellschätzung Oktober 2026; Septemberwerte laut Angaben in derselben Pressemitteilung.

Was die Inflation für dein Geld am Konto bedeutet

Für alle, die Geld am Girokonto oder Sparkonto liegen haben, ist die Inflationsrate die entscheidende Messlatte. Liegen 10.000 Euro ein Jahr lang unverzinst am Konto, entspricht das bei 3,6 % Inflation einem Kaufkraftverlust von rund 350 Euro.

Die Europäische Zentralbank hat den Einlagesatz im September um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 % p.a. angehoben und ihn bei der Sitzung am 29. Oktober unverändert gelassen. Selbst ein Sparzins in dieser Höhe reicht derzeit nicht, um die Teuerung auszugleichen. Nach Abzug der Kapitalertragsteuer von 25 % auf Zinsen aus Bankeinlagen bleiben von 2,50 % p.a. nur rund 1,88 % p.a. übrig. Der reale Zins liegt damit bei grob minus 1,7 Prozentpunkten. Wer sein Erspartes kurzfristig verfügbar halten möchte, kommt um einen Konditionenvergleich nicht herum, denn zwischen den Zinsen am klassischen Sparbuch und den besten Tagesgeld- oder Festgeldangeboten liegen oft deutliche Unterschiede. Die nächste Zinsentscheidung der EZB steht am 17. Dezember 2026 an.

Schnellschätzung ist kein Wert für Indexanpassungen

Ein Punkt, der gerne übersehen wird: Die Schnellschätzung basiert auf etwa 80 bis 90 % der erhobenen Preise und hat noch nicht alle Prüfungen durchlaufen. Statistik Austria weist ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht für vertragliche Wertanpassungen herangezogen werden darf. Wenn also deine Miete, ein Kredit oder die Entgelte deines Kontomodells an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sind, zählt erst der endgültige Wert, der Mitte November vorliegt. In den vergangenen Monaten haben die endgültigen Werte die Schnellschätzung allerdings bestätigt oder sind nur um 0,1 Prozentpunkte davon abgewichen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlage- oder Finanzberatung. Zinssätze und Konditionen von Banken können sich jederzeit ändern, verbindlich sind ausschließlich die Angaben der jeweiligen Bank. Bei den angeführten Inflationswerten für Oktober 2026 handelt es sich um eine vorläufige Schnellschätzung, die endgültigen Werte können abweichen. Beispielrechnungen sind vereinfacht und dienen nur der Veranschaulichung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: November 2026.

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
0
Hinterlasse einen Kommentarx