Die Kleine Zeitung berichtet darüber, dass die Anadi Bank nun vollends verkauft wurde. Die Grawe-Bankengruppe wird, vorbehaltlich aller behördlichen Genehmigungen, sämtliche Anteile an der Kärntner Anadi Bank übernehmen. Das Signing der Transaktion ist bereits erfolgt. Das Closing wird nach Zustimmung durch die österreichische Finanzmarktaufsicht sowie die Europäische Zentralbank für Februar 2026 erwartet.
Eine Patronatserklärung des Eigentümers über Paraman Trust aus Gibraltar würde mit 30. Juni 2026 laut Geschäftsbericht auslaufen, siehe Seite 6. Im Geschäftsbericht für 2024 wurde bereits dargestellt, dass die Zeiten herausfordernd sind, das Ergebnis des Jahres 2024 zeigte es auch finanziell. Die Vorständin Sonja Heinzl verließ überraschend im Herbst das Unternehmen. Der ORF Kärnten berichtete damals „Wirbel bei Anadi Bank„. Eine Übernahme der Anadi Bank ist damit gar nicht unlogisch. Dass es wiederum die GRAWE Bankengruppe ist, ergibt ebenso Sinn, weil diese bereits wesentliche Teil der Anadi Bank ein Jahr zuvor erstanden hat.
Die Anadi Bank ist die österreichische Tochter eines ehemaligen Konzernteils der Hypo Alpe Adria. Der ursprüngliche Hypo-Alpe-Adria-Konzern geriet 2009 infolge der Finanzkrise sowie schwerer Korruptions- und Misswirtschaftsvorwürfe in eine existenzielle Krise, musste vom Staat stabilisiert werden und wurde in weiterer Folge abgewickelt. Im Zuge dieser Zerschlagung wurde die als wirtschaftlich solide geltende Hypo Bank Österreich an die in Singapur ansässige Anadi Financial Holding PTE Ltd. des Investors Sanjeev Kanoria veräußert.
„Eigenständige Bank mit starkem Kärnten-Bezug“ so GRAWE Chef Jauk, aber Digitalarm zur DADAT?
Mit der Transaktion könne die Grawe-Bankengruppe ihre Marktposition in Kärnten gezielt ausbauen und weiter absichern, erklärt Jauk. Ein zentraler Baustein sei dabei das Geschäft mit der öffentlichen Hand, einschließlich der Abwicklung der Wohnbauförderung. Dieses Segment ergänze sinnvoll jene Bereiche, die bereits im September 2024 aus der Anadi Bank in die Bank Burgenland überführt wurden und seither unter der Marke Bank Burgenland Kärnten geführt werden, darunter das Filialnetz sowieNeuausrichtung der Anadi Bank auf digitale und öffentliche Finanzierungen
Wirtschaftliche Lage und Kapitalstärkung geplant
Die Bilanzsumme der Anadi Bank belief sich zuletzt auf rund 1,3 Milliarden Euro. Über den Kaufpreis wurde Vertraulichkeit vereinbart. Nach einem überraschend raschen Wechsel an der Vorstandsspitze wies die Bank für das Geschäftsjahr 2024 einen Fehlbetrag von rund 90 Millionen Euro aus. Dieser resultierte vor allem aus Abschreibungen im Immobilienbereich. Im Zuge der Übernahme plant die Grawe-Bankengruppe eine deutliche Stärkung des Eigenkapitals, das wird wohl auch dringend nötig sein. Zum Kaufpreis gibt es keine Nennungen, er dürfte jedoch nicht allzu hoch sein.
Grawe-Bankengruppe: DADAT Bank, Schelhammer Capital, Die Plattform und eine Beteiligung an der bank99
Zur Grawe-Bankengruppe zählen unter anderem die Bank Burgenland, die Bank Burgenland Kärnten, die Digitalbank DADAT, Schelhammer Capital, die Security KAG, Traders Place, Die Plattform und eine 10 %ige Beteiligung an der bank99.
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