Die Inflation in Österreich ist im Dezember 2025 erstmals seit Juli wieder unter die Marke von 4 Prozent gefallen. Laut Statistik Austria lag der Verbraucherpreisindex bei 129,8 Punkten, die Teuerungsrate betrug im Jahresvergleich 3,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat November 2025 stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,3 Prozent 20260119VPIDezember2025.
Der Rückgang der Inflationsrate ist vor allem auf sinkende Preise bei Treibstoffen zurückzuführen. Diese wirkten nach drei Monaten wieder preisdämpfend. Ohne die Verbilligung von Treibstoffen und Heizöl hätte die Inflation bei rund 4,0 Prozent gelegen.
Preistreiber im Jahresvergleich Dezember 2025
- Strom, +41,9 %
- Wohnungsmieten, +4,2 %
- Zigaretten, +5,6 %
- Bohnenkaffee, +24,4 %
- Wein im Restaurant, +5,5 %
Preisdämpfer im Jahresvergleich Dezember 2025
- Superbenzin, −1,5 %
- Mobiltelefonie, −12,0 %
- Butter, −25,4 %
- Dieseltreibstoff, −1,3 %
- E-Bikes, −13,5 %
Energie und Wohnen bleiben wichtigste Preistreiber
Die stärksten Preissteigerungen im Jahresvergleich verzeichnete weiterhin der Bereich Wohnung, Wasser und Energie. Die Teuerung lag hier bei durchschnittlich 6,5 Prozent und war damit der größte Beitrag zur Gesamtinflation. Besonders deutlich stiegen erneut die Strompreise, die im Jahresabstand um 41,9 Prozent zulegten. Hintergrund sind unter anderem das Auslaufen staatlicher Entlastungsmaßnahmen sowie höhere Netzentgelte und Abgaben.
Auch Mieten erhöhten sich weiter. Einschließlich Neuvermietungen lagen diese um rund 4,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gaspreise stiegen moderat, Fernwärme blieb vergleichsweise stabil.
Dienstleistungen und Gastronomie weiterhin überdurchschnittlich teuer
Dienstleistungen blieben ein zentraler Inflationstreiber. Restaurants und Hotels verteuerten sich im Dezember 2025 um durchschnittlich 5,5 Prozent, nachdem es im November noch 5,9 Prozent gewesen waren. Auch hier zeigte sich eine leichte Abschwächung, das Preisniveau bleibt jedoch hoch.
Im Bereich Freizeit und Kultur fiel die Teuerung mit 2,4 Prozent deutlich geringer aus als im Vormonat. Hauptgrund waren weniger stark steigende Preise für Pauschalreisen.
Nahrungsmittelpreise ziehen zum Jahresende wieder an
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Dezember um durchschnittlich 3,9 Prozent und damit stärker als im November. Insbesondere Fleisch sowie Milch, Käse und Eier wiesen überdurchschnittliche Preiszuwächse auf. Deutlich günstiger wurden hingegen Öle und Fette, deren Preise im Jahresvergleich um mehr als 14 Prozent zurückgingen.
Kaffee entwickelte sich weiterhin überdurchschnittlich teuer und verteuerte sich um mehr als 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Rückgang bei Treibstoffen entlastet Inflation
Im Verkehrsbereich fiel die Teuerung mit 2,1 Prozent geringer aus als im November. Ausschlaggebend waren sinkende Preise für Diesel und Benzin. Diese wirkten sowohl im Jahres- als auch im Monatsvergleich inflationsdämpfend. Flugtickets und Reparaturen verteuerten sich hingegen weiter.
Harmonisiertes Inflationsmaß ebenfalls bei 3,8 Prozent
Auch der harmonisierte Verbraucherpreisindex, der für EU-Vergleiche herangezogen wird, lag im Dezember 2025 bei einer Inflationsrate von 3,8 Prozent. Unterschiede zwischen VPI und HVPI ergaben sich nur in einzelnen Ausgabengruppen, glichen sich insgesamt jedoch aus.
Ausblick
Mit dem Rückgang unter die 4-Prozent-Marke zeigt sich erstmals seit mehreren Monaten eine leichte Entspannung bei der Teuerung. Gleichzeitig bleiben Energiepreise und Dienstleistungen zentrale Risikofaktoren für die weitere Inflationsentwicklung. Für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer sowie für die Einschätzung zukünftiger Zinsentscheidungen bleibt die Preisentwicklung daher weiterhin von hoher Bedeutung
