Euronet Bankomaten: Noch immer 1,95 Euro Gebühr

Die Diskussion rund um die Bankomatgebühr ist nun rund ein Monat alt und verursacht hat diese Diskussion die Bankomatgruppe Euronet, welche pro Behebung eine Gebühr von 1,95 Euro einhebt. Aus internationaler Sicht keine große Sache, aber in Österreich sehr wohl, denn Bankomatgebühren wurden bisher immer nur zwischen den Banken verrechnet und der Kunde deckte diese über seine Kontoführungsgebühren ab (sofern diese bestanden – es gibt doch auch gratis Girokonten).

Euronet bleibt unbeeindruckt und verlangt noch immer Gebühren

Die Politik hat sich echauffiert und sich auf die Seite der Konsumenten geschlagen. Minister Stöger wollte sogleich ein Gesetz gegen Bankomatgebühren vorschlagen, während die ÖVP doch eher dafür ist, die Bankomaten dementsprechend von weiten kennzuzeichnen. Minister Schelling ist dafür, dass es keine Bankomatgebühren für jene Kunden gibt, welche bei ihrer Hausbank Geld beheben. Euronet, der Stein des Anstoßes, ist hier ruhig geblieben und hat sich in die Diskussion nicht eingeklingt. Euronet verlangt auch heute noch eine Gebühr in der Höhe von 1,95 Euro. Neu ist jedoch der Hinweis auf die Gebühr, denn bisher war auf dem Display in Großbuchstaben folgender Satz in kleiner Schrift zu lesen:

DER EIGENTÜMER DIESES TERMINALS, EURONET 360 LIMITED, WIRD DEM KARTENINHABER FÜR DIE GEWÄHLTE TRANSAKTION EINE GEBÜHR IN HÖHE VON EUR 1,95 BERECHNEN. DIESE GEBÜHR WIRD ZUSÄTZLICH ZU DEN EVENTUELL ANFALLENDEN GEBÜHREN DIE IHR KARTENAUSGEBENDES KREDITINSTITUT VERANSCHLAGT, BERECHNET. WENN SIE MIT DER GEBÜHRENERHEBUNG EINVERSTANDEN SIND UND FORTFAHREN MÖCHTEN, DRÜCKEN SIE BITTE „ANNEHMEN“ WENN SIE KEINE GEBÜHR BEZAHLEN UND DIESE TRANSAKTION ABBRECHEN MÖCHTEN, DRÜCKEN SIE BITTE „ABBRUCH“ AUF DEM BEDIENFELD.

Nun hat sich Euronet zu einem neuen Satz entschieden, der auf die Gebühr von 1,95 Euro hinweist, welcher deutlich präsenter am Bildschirm platziert ist:

DER EIGENTÜMER DIESES TERMINALS, EURONET 360 FINANCE LTD., WIRD IHNEN EINE GEBÜHR IN HÖHE VON EUR 1,95 BERECHNEN.

WENN SIE EINVERSTANDEN SIND, DRÜCKEN SIE BITTE „ANNEHMEN“.

WENN SIE BEENDEN MÖCHTEN, DRÜCKEN SIE BITTE „ABBRUCH“.

Sie sehen, dass Euronet hier deutlich präziser geworden ist und es weiterhin ernst meint, dass sie eine Gebühr für jede Bargeldbehebung verlangen wird.

So sieht eine Behebung bei einem Euronet Bankomaten aus

Es ist gar nicht so einfach einen Euronet Bankomaten zu finden, denn ca. 1 Prozent aller in Österreich vorhandenen Bankomaten werden von Euronet betrieben. Diese finden sich meist an Orten an denen sich Touristen tummeln (Stephansplatz, Hotels, Bergbahnen) bzw. auch in so manchen Etablissements, wo die Gebühr für den Bankomaten wohl kaum ins Gewicht fällt.

Am einzigen Standort in Salzburg, in der Linzerstraße, haben wir die Probe aufs Exempel gemacht und den Euronet Bankomaten ausgemacht und sogleich eine Behebung über 50 Euro durchgeführt. So sieht die Behebung in den einzelnen Schritten am Display des Euronet Bankomaten aus:

Am Kontoauszug findet sich die Behebung über 50 Euro dann als Belastung über 51,95 Euro wieder:

kontoauszug

Bankomatgebühr: Im Moment nur bei Euronet

Euronet bleibt seinem Kurs treu und behebt auch weiterhin eine Gebühr für Bargeldbehebungen ein. Ob sich der Gesetzgeber nun wirklich dazu entschließen sollte Bankomatgebühren für Endkunden zu verbieten steht noch in den Sternen. Aktuell sieht es nicht danach aus, insbesondere dadurch, dass im Moment nur Euronet Gebühren einhebt und somit nur rund 1 Prozent aller Bankomaten in Österreich davon betroffen sind.

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Paul Anders

Ich verstehe nicht warum immer behauptet wird, dass 80 von 8000 Bankomaten ein Promill sein soll. Das ist ein Prozent.

Ja Schelt

ich habe mit meiner Bank einen Vertrag, in dem meine Bank und ich vereinbart haben, dass mir im gesamten EURO-Land bei Bankomatbehebungen keine Gebühr verrechnet wird. diese Gebühr ist also etwas, das Euronet sich mit meiner Bank ausmachen muss.
wozu gibts sonst Verträge?!