Die bank99 bietet ab sofort ein vollwertiges Wertpapierdepot an. Mit dem depot99 können Kundinnen und Kunden erstmals auch Aktien, ETFs und Anleihen handeln, bisher war das Angebot auf Fonds beschränkt. Das Depot ist steuereinfach, die KESt gemäß § 27a EStG wird automatisch abgeführt. Bestandskundschaften können ihr bestehendes Fondsdepot im Onlinebanking auf das neue Modell umstellen, die Fondskonditionen bleiben dabei unverändert. Neukundschaften eröffnen das depot99 online, inklusive separatem Verrechnungskonto.
Konditionen im Überblick
| Position | Kondition |
|---|---|
| Depotführung Fonds | kostenlos |
| Depotführung Aktien, ETFs, Anleihen | 0,144 % p.a. + 14,26 € p.a. |
| Kauf/Verkauf Aktien, ETFs | 3,99 € + 0,24 % vom Kurswert + Fremdspesen |
| Kauf/Verkauf Fonds (ohne ETFs) | 1,49 % vom Kurswert |
| Sparplan | 0,99 % vom Kurswert, ab 30 € monatlich |
| Depotübertrag Ausgang | 30 € pro ISIN |
| Habenzinsen Verrechnungskonto | 0,00 % p.a. |
| Sollzinsen Verrechnungskonto | 9,99 % p.a. |
Die Depotgebühr für Aktien und ETFs wird monatlich verrechnet, zeitanteilig auf Basis des Schlusskurses am Monatsultimo. Bei einem Depotwert von 10.000 Euro ergeben sich rund 28,66 Euro pro Jahr inklusive Umsatzsteuer, bei 100.000 Euro rund 158 Euro. Die Mindestordergröße bei Einmalkäufen liegt bei 1.000 Euro, bei Fonds (ohne ETFs) ebenfalls 1.000 Euro. Eine Telefonorder gibt es beim neuen Modell nicht mehr, Beratung ist in keiner Variante vorgesehen.
Handelsplätze und Fremdspesen
Gehandelt wird an der Wiener Börse, auf Xetra sowie an NASDAQ und NYSE. Zu den Fremdspesen macht die bank99 keine offiziellen Angaben. Ein Blick in den Ex-Ante-Kostenausweis legt folgende Werte nahe, ohne Gewähr: Wiener Börse ohne Fremdspesen, Xetra 6 Euro, US-Börsen 10 Euro. Eine Order über 5.000 Euro kostet damit in Wien rund 15,99 Euro, auf Xetra 21,99 Euro und an den US-Börsen 25,99 Euro.
Sparpläne ab 30 Euro
Wertpapiersparpläne sind ab 30 Euro monatlich möglich, die Ausführung erfolgt fix am 15. des Monats bzw. am darauffolgenden Geschäftstag. Das Transaktionsentgelt beträgt 0,99 Prozent vom Kurswert. Wichtig: Ist am Stichtag keine Deckung am Verrechnungskonto vorhanden, entfällt die Ausführung ersatzlos und wird nicht nachgeholt. Bruchstücke aus Sparplänen können zudem nicht auf ein fremdes Depot übertragen werden, ein Übertrag ist nur in ganzen Stücken möglich.
Das Sparplan-Universum ist kuratiert und überschaubar: 49 Aktien, 36 ETFs, 4 ETCs bzw. ETNs sowie 169 aktiv gemanagte Fonds. Neben den großen US-Werten sind elf österreichische Titel vertreten, darunter Erste Group, OMV, Verbund und BAWAG. Auch SpaceX ist nach dem Börsengang in der Liste enthalten. Bei den ETFs deckt die Auswahl die wichtigsten Standardindizes ab, etwa den iShares Core MSCI World und den Vanguard FTSE All-World, ergänzt um einen Gold-ETC und mehrere Krypto-ETPs.
W-8BEN muss selbst ausgefüllt werden
Ungewöhnlich für den österreichischen Markt: Wer US-Wertpapiere hält, muss das W-8BEN-Formular selbst ausfüllen, damit der reduzierte Quellensteuersatz von 15 Prozent auf US-Dividenden greift. Die bank99 agiert offenbar nicht als Qualified Intermediary gegenüber der US-Steuerbehörde. Bei fast allen anderen in Österreich tätigen Brokern läuft die Reduktion automatisch. Wer das Formular nicht einreicht, zahlt 30 Prozent US-Quellensteuer, wovon nur 15 Prozentpunkte auf die österreichische KESt anrechenbar sind.
Verrechnungskonto ohne Zahlungsfunktion
Das Verrechnungskonto dient ausschließlich der Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Ein- und Auszahlungen sind nur über das hinterlegte Referenzkonto möglich, eine Debitkarte gibt es nicht, Habenzinsen ebenso wenig. Rutscht das Konto ins Minus, fallen 9,99 Prozent Sollzinsen p.a. an.
Aktion zum Start
Zum Start verzichtet die bank99 bis Ende 2026 auf die Depotgebühr, sowohl für Neukundschaften als auch bei der Umstellung eines bestehenden Fondsdepots. Wer zusätzlich ein Depot zur bank99 überträgt, erhält 1 Prozent des übertragenen Depotwerts als Cashback, maximal 500 Euro.
Einordnung
Mit dem depot99 schließt die bank99 eine Lücke im eigenen Produktangebot und richtet sich an Selbstentscheidende, die ihr Wertpapiergeschäft bei der Hausbank abwickeln wollen. Im Vergleich zu spezialisierten Online-Brokern ist das Angebot aber limitiert und preislich nur im Mittelfeld. Während Flatex, DADAT oder Trade Republic gänzlich auf Depotgebühren verzichten, verrechnet die bank99 laufende Kosten, die mit steigendem Depotwert spürbar werden. Die Ordergebühren sind günstig, aber nicht top. Die Sparplangebühr von 0,99 Prozent ist bei kleinen Raten in Ordnung, bei 500 Euro monatlich fallen aber schon fast 5 Euro pro Ausführung an.
