Revolut bekommt die österreichische IBAN: Was sich 2027 für dein Konto ändert

Revolut hat am 4. November 2026 bekanntgegeben, dass die Eintragung der österreichischen Niederlassung abgeschlossen ist. In den kommenden Monaten baut die Digitalbank die lokale Einheit auf, 2027 soll sie in Betrieb gehen. Das erklärte Ziel ist, für die Kundschaft in Österreich zur Hauptbank zu werden, also für Gehalt, Fixkosten, Sparen und Investieren. Bisher nutzen viele Revolut eher als Zweitkonto für Reisen, Fremdwährungen oder Kartenzahlungen.

Warum die AT-IBAN so wichtig ist

Derzeit bekommst du bei Revolut eine litauische IBAN. Rechtlich müssen Arbeitgeber, Vermieter, Versicherungen und Energieversorger jedes SEPA-Konto im EWR akzeptieren, IBAN-Diskriminierung ist nach der SEPA-Verordnung verboten. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass eine LT-IBAN bei Lastschriften oder bei der Gehaltsauszahlung abgelehnt wird. Mit der österreichischen IBAN fällt dieses Problem weg: Gehaltseingang, Lastschriften für Miete, Strom oder Versicherung und Daueraufträge sollen dann so funktionieren wie bei jedem anderen österreichischen Konto.

Was bei der Umstellung auf dich zukommt

Bestandskundinnen und Bestandskunden sollen ab der ersten Jahreshälfte 2027 automatisch zur österreichischen Einheit wechseln. Ein neues Konto musst du also nicht eröffnen. Wie die Umstellung genau abläuft, hat Revolut noch nicht gesagt. Offen ist vor allem, ob die litauische IBAN eine Zeit lang parallel weiterläuft und eingehende Zahlungen weitergeleitet werden. Falls nicht, musst du die neue IBAN überall bekanntgeben, wo Geld ein- oder abgeht:

  • Arbeitgeber oder Pensionsversicherung für Gehalt bzw. Pension
  • Vermieter, Energieversorger, Versicherungen und Mobilfunk für Lastschriften
  • Finanzamt (FinanzOnline) für Gutschriften aus der Arbeitnehmerveranlagung, Familienbeihilfe und andere Behördenzahlungen
  • eigene Daueraufträge und Abos bei Online-Diensten

In Deutschland hat Revolut diesen Schritt schon hinter sich: Dort bekommen Neukundinnen und Neukunden seit Ende 2024 eine deutsche IBAN, die meisten Bestandskonten wurden bereits umgestellt. In Italien hat die Umstellung dagegen Ärger gebracht, dazu weiter unten mehr. Laut Hilfeseite bietet Revolut über die österreichische Niederlassung auch einen Kontowechselservice an, mit dem Daueraufträge und Lastschriften von einer anderen Bank übernommen werden können.

Aufsicht und Einlagensicherung

Mit der Niederlassung ist Revolut enger an die österreichische Bankenlandschaft angebunden. Für das Geschäft in Österreich sind künftig zusätzlich FMA und OeNB zuständig, die Bank selbst bleibt aber die litauische Revolut Bank UAB. Deshalb ändert sich an der Einlagensicherung nichts: Dein Guthaben ist weiter über das litauische System bis 100.000 Euro je Person geschützt, nicht über die österreichische Einlagensicherung. Wertpapiere, Krypto und Edelmetalle fallen ohnehin nicht darunter. Sie laufen über eigene Revolut-Gesellschaften, das Depot etwa über die litauische Revolut Securities Europe UAB.

Steuereinfaches Tagesgeld, aber kein steuereinfaches Depot

Ein spürbarer Vorteil der Niederlassung betrifft das Tagesgeld. Derzeit musst du die Zinsen selbst in der Einkommensteuererklärung angeben, ab dem Start der österreichischen Einheit will Revolut die KESt automatisch abführen. Für das Depot gilt das nach derzeitigem Stand nicht, weil das Wertpapiergeschäft nicht über die Bank läuft. Zur Höhe der Tagesgeldzinsen: In Österreich gibt es je nach Abo bis zu 2,00 % p.a., im kostenlosen Standard-Abo deutlich weniger. In Deutschland zahlt Revolut derzeit mehr.

Zuletzt negative Schlagzeilen

Revolut hatte 2026 mehrere Probleme. Am 20. Oktober legte ein Ausfall bei Google Cloud in London stundenlang Kartenzahlungen, Überweisungen, App-Login und Aktienhandel lahm. Im September gab Revolut nach einer gefälschten Behördenanfrage sensible Kundendaten heraus, darunter Ausweiskopien, Selfies, IBAN und Transaktionsverläufe. Schon im April hat die italienische Wettbewerbsbehörde Revolut 11,5 Mio. Euro Strafe auferlegt, unter anderem wegen aggressiver Kontosperren und unklarer Infos zum Wechsel von der litauischen auf eine italienische IBAN. Revolut hat dagegen Berufung angekündigt.

Einordnung

Mit der AT-IBAN wird Revolut für den Alltag in Österreich deutlich brauchbarer, vor allem als Gehaltskonto und für Lastschriften. Ob es als Hauptbank taugt, hängt aber nicht nur an der IBAN. Bargeld kannst du bei Revolut bisher nicht einzahlen, persönliche Beratung gibt es nicht, und der Ausfall im Oktober hat gezeigt, wie abhängig du bei einer reinen App-Bank von der Technik bist. Wer Revolut künftig als Hauptkonto nutzen will, ist mit einem zweiten Konto bei einer anderen Bank als Rückfalllösung gut beraten. Im Kontovergleich auf bankkonditionen.at findest du Gratiskonten und klassische Girokonten mit österreichischer Einlagensicherung zum Vergleich.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlage- oder Rechtsberatung. Einlagen sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Person und Bank geschützt. Wertpapiere, Kryptowerte und Edelmetalle fallen nicht unter die Einlagensicherung und bergen Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals. Vor einer Kontoeröffnung oder einem Kontowechsel solltest du die aktuellen Konditionen, das Preisblatt und die Geschäftsbedingungen direkt beim Anbieter prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: November 2026.

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