Bank für Gemeinwohl: 2018 kommt das Gemeinwohl-Konto

Jetzt ist die Katze aus dem Sack und wir dürfen uns freuen, denn die Bank für Gemeinwohl startet 2018 mit ihrem Gemeinwohl-Konto und legt endlich los mit einem Produkt für die breite Masse. Endlich geht Banking auch anders.

In der heute stattgefundenen Presseinformation haben die drei Vorstände Christine Tschütscher, Peter Zimmerl und Fritz Fessler bekanntgegeben, dass mehrere Projekte im Moment am Laufen sind unter anderen ein Zahlungskonto mit Bankomat- und Kreditkarte, sowie eine Crowdfunding Plattform. Daneben gibt es auch noch Kooperationsgespräche mit Partner-Banken über Kreditfinanzierungen.

Das Zahlungskonto bei der Bank für Gemeinwohl: Ab 2018 erhältlich

Das Gemeinwohl-Konto mit Bankomat- und Kreditkarte wird der Durchführung von Zahlungsverkehr für Geschäftskunden ebenso wie für
Private dienen. Es soll einen Gemeinwohlbeitrag enthalten: „So bestimmt jeder, was mit dem eigenen Geld passiert“, erklärt BfG-Vorstand Peter Zimmerl. „Wir finanzieren damit günstige Sozialkonten für Menschen mit geringem Einkommen, Beiträge für Umweltinitiative usw.“ Das Kontoguthaben wird treuhändisch, von anderen Mitteln des Zahlungsinstituts getrennt geführt, „es ist dadurch vollkommen sicher, klassische Bank-Einlagensicherung ist daher nicht notwendig“. Das Gemeinwohlkonto soll zum Aushängeschild der BfG werden: “Menschen, die Werte-basiertes Banking suchen, legen in Zukunft ihre Gelder auf unser Gemeinwohl-Konto“, kündigt Zimmerl an.

Crowdfunding: Investieren mit Sinn: Ab 2017 gehts los!

Ein zweites Projekt ist eine Crowdfunding Plattform, welche bereits 2017 starten wird. Auf dieser Plattform werden Projekte vorgestellt, welche davor einer Gemeinwohl Prüfung unterzogen werden und dort nach Investoren suchen. Die Evaluierung, welche Projekte denn einem Gemeinwohl dienen wird von der Community vollzogen. Eine spannende Sache. Die Vorständin Chrine Tschütscher sagt dazu, dass dadurch eine neue Qualität an Sicherheit geschaffen wird, die das Potential hat, standardisierte Rating- und Bewertungsverfahren abzulösen, denn Ziel ist es, dass z. B. ein Windkraft-Projekt auch von Windkraft-Experten der Community geprüft und evaluiert wird.

Spannende Zeiten kommen auf uns Bankkunden zu!

Wer der Meinung ist, dass das Projekt Bank für Gemeinwohl nur von Träumern getragen wird, der wirft einen Blick auf den prominent besetzen Aufsichtsrat und einer Auswahl an aktiven Unterstützern des Projekts:

Aufsichtsrat der Genossenschaft

  • Markus Stegfellner, Berater und Coach, Aufsichtsratsvorsitzender
  • Mag. Max Ruhri (MBF), Vorstand Freie Gemeinschaftsbank, Schweiz
  • Mag. Christian Felber, Autor und Publizist, Initiator der Gemeinwohl–Ökonomie
  • Mag. Christoph Wurm, Vorstandsvorsitzender VKB -Bank OÖ
  • Mag.a Edith Schiller, Finanzconsulting DI Fritz Fessler,
  • Unternehmer Mag.a Gabriele Hornig, Steuerberaterin, eingetragene Mediatorin und Trainerin
  • Dr. Uwe Rautner, Rechtsanwalt und Partner bei Rautner Rechtsanwälte GmbH
  • Mag.a Judith Pühringer, Geschäftsführerin Dachverband für Soziale Unternehmen
  • Dr. Matthias Kopetzky, Sachverständiger, Unternehmensberater

Liste der Unterstützer/-innen (Auswahl)

  • Johannes Gutmann, Geschäftsführer „Sonnentor“
  • Stephan Schulmeister, Ökonom, Wirtschaftsforschungsinstitut
  • Toni Innauer, Ehemaliger Skispringer, Trainer und Coach
  • Christine Bauer-Jelinek, Wirtschaftscoach, Buchautorin
  • Josef Zotter, Unternehmer, Chocolatier, Bio-Landwirt „Zotter-Schokolade“
  • Lisa Muhr, Geschäftsführerin „Göttin des Glücks“
  • Thomas Maurer, Kabarettist
  • Marie Ringler, Länderdirektorin Ashoka Austria
  • Markus Schlagnitweit, r.-k. Priester sowie Sozial- und Wirtschaftsethiker
  • Ernst Gugler, Gründer des Gemeinwohl-Unternehmens gugler GmbH
  • Günter Grzega, Vorstandsvorsitzender a. D. Sparda-Bank München,
  • Kuno Haas, Geschäftsführender Gesellschafter Grüne Erde GmbH
  • Kuno Sohm, Organisation und Teamentwicklung
  • Leo Hillinger, CEO Leo Hillinger GmbH, Oenologe

Dass ethische Banken in Europa keine Seltenheit sind, zeigt die folgende Grafik. Ethische Banken gibt es in Europa bereits seit Jahrzehnten, durch die Krise der klassischen, herkömmlichen Banken gibt es jetzt aber eine erhöhte Nachfrage von Interessierten ihre Bankdienstleistungen bei einer ethischen Bank abwickeln zu lassen.

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Die 2014 gegründete BfG-Genossenschaft ermöglicht es allen Bürgerinnen und Bürgern, zu Mitgründer/-innen zu werden. So entsteht das erste Ethikfinanzinstitut, das von der Zivilgesellschaft gegründet wird. Die BfG pflegt einen anderen Umgang mit dem Geld ihrer Eigentümer/-innen und zukünftigen Kund/-innen: Sie orientiert sich am Wohle der Gesellschaft und verzichtet auf Spekulationsgeschäfte. Dabei stehen Fairness, Ethik, Nachhaltigkeit und Transparenz im Vordergrund. Bisher hält die Genossenschaft bei über 4.200 Genossenschafter/-innen mit einem Gesamtkapital von über 3 Mio EUR. Alle Menschen mit Wohnsitz in Österreich, Deutschland und der Schweiz können ab 200 EUR mitgründen.

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