Blue Code erhält 11,2 Millionen Wachstumskapital – angeblich

Blue Code, die österreichische Mobile Payment Lösung hat anscheinend einen neuen Verantwortlichen in Sachen Pressearbeit, denn es wird eifrig promotet was das Zeug hält. Der Inhalt der Pressemitteilungen sind für Branchenkenner wie dem geschätzten Heinz-Roger Dohms aber zu dünn:

Wenn jetzt schon komplett namenlose Finanzierungsrunden verkündet werden („Die Investoren möchten anonym bleiben“), dann gibt es ja praktisch gar keine Möglichkeit mehr, so was auch mal gegenzuchecken.

Leider hat es sich in letzter Zeit bei manchen Texten für die Presse eingebürgert, dass eine tolle Geschichte verkauft werden soll, aber keine oder nur dünne Inhalte geboten werden. 

Die angebliche Geschichte von Blue Code heißt, dass drei renommierte, branchennahe, europäische Family Offices Wachstumskapital in der Höhe von 11,2 Millionen Euro Blue Code zur Verfügung stellen. 

Dieses Geld soll für die Expansion in Europa und für weitere Funktionen von Blue Code verwendet werden. Bessere Angaben gibt es dazu nicht.

Ob für diese 11,2 Millionen Anteile abgegeben wurden und wenn ja von wem, ist nicht bekannt und kann auch nicht überprüft werden. Geprüft werden kann dies nicht, denn obschon Blue Code als österreichisches Unternehmen dargestellt wird, sitzt die Mutter von Blue Code – die Blue Code International AG – in der Schweiz. 

Was ist Blue Code?

Falls Sie noch nie von Blue Code gehört haben, es ist nicht tragisch. Eine weitere Bezahllösung die in Österreich zum Beispiel in den Rewe Geschäften (Billa, Merkur, Penny, Adeg, Bipa) oder bei Spar eingesetzt werden kann. Auch eine Kooperation mit Alibaba (und dessen Zahlungsdienst Alipay) soll angeleiert worden sein. Chinesische Touristen sollen damit in österreichischen Supermärkten ab sofort vermehrt mit dem Handy bezahlen. Fragt man den Blue Code Chef Pirkner so ist der Datenschutz das große Plus bei Blue Code und stemmt sich so gegen die wohl bald auch nach Österreich kommenden Bezahllösungen Apple Pay und Google Pay. Pirkner warnt davor mit folgenden Worten:

„Wenn die Customer Journey einmal an die Anbieter aus den USA verloren ist, ist die gesamte Wertschöpfungskette europäischer Firmen in Gefahr“

Christian Pirkner, CEO von Blue Code

Und Blue Code hat die passende Alternative dazu. Ein glücklicher Zufall!

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