Inflation im Jänner 2026 bei 2,0 Prozent

Niedrigster Wert seit Dezember 2024

Die Inflation in Österreich ist im Jänner 2026 deutlich zurückgegangen. Der Verbraucherpreisindex liegt bei 100,6 Punkten, die Teuerung beträgt im Jahresvergleich 2,0 Prozent. Im Dezember 2025 waren es noch 3,8 Prozent. Auch gegenüber dem Vormonat ist das Preisniveau um 0,7 Prozent gesunken. Damit wurde der niedrigste Wert seit Dezember 2024 erreicht.

Der Rückgang ist spürbar, aber man muss genau hinschauen, woher er kommt.

Überblick: Die wichtigsten Inflationskennzahlen

KennzahlJänner 2026Dezember 2025
Inflation gesamt2,0 %3,8 %
Veränderung zum Vormonat−0,7 %
Kerninflation2,8 %
HVPI (EU-weit)2,0 %3,8 %

Die Gesamtinflation ist damit wieder nahe am Zielwert von 2 Prozent. Die Kerninflation liegt mit 2,8 Prozent allerdings weiterhin darüber.

Energie als Hauptgrund für den Rückgang

Der entscheidende Faktor war die Energiepreisentwicklung. Haushaltsenergie verbilligte sich im Jahresvergleich um 3,9 Prozent, Strom sogar um 8,2 Prozent. Ohne die Strompreisentwicklung läge die Inflation bei rund 3,0 Prozent.

Auch Treibstoffe wirkten dämpfend. Diesel und Superbenzin gingen deutlich zurück, ebenso Heizöl. Hier spielt ein klarer Basiseffekt eine Rolle, weil im Jänner 2025 noch starke Preissprünge durch den Wegfall staatlicher Maßnahmen zu Buche standen.

Energie im Überblick

BereichVeränderung Jänner 2026 zum Vorjahr
Strom−8,2 %
Haushaltsenergie gesamt−3,9 %
Heizöl−9,4 %
Treibstoffedeutlich rückläufig

Das erklärt einen großen Teil des Inflationsrückgangs.

Dienstleistungen bleiben Preistreiber

Während Energie entlastet, bleiben Dienstleistungen hartnäckig teuer. Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen stiegen um 4,9 Prozent und lieferten den stärksten Beitrag zur Gesamtinflation. Auch Mieten verteuerten sich um 4,0 Prozent.

Das zeigt: Der binnenwirtschaftliche Preisdruck ist nicht verschwunden. Gerade Mieten und personenbezogene Dienstleistungen reagieren langsamer auf konjunkturelle Abschwächungen.

Lebensmittel: Entspannung mit Ausreißern

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 2,6 Prozent, deutlich weniger als im Dezember mit 3,9 Prozent. Trotzdem gibt es einzelne Ausreißer.

ProduktVeränderung zum Vorjahr
Bohnenkaffee+21,0 %
Fleisch- und Wurstwaren+5,2 %
Zigaretten+5,6 %
Speisefette und -öle−19,3 %

Der tägliche Einkauf verteuerte sich nur um 0,4 Prozent, der wöchentliche Einkauf um 0,9 Prozent. Beide Werte liegen unter der Gesamtinflation.

Neue Basis 2025 und Warenkorb-Revision

Mit Jänner 2026 wurde der Verbraucherpreisindex auf die neue Basis 2025 gleich 100 umgestellt. Der Warenkorb wurde an die aktuelle Konsumstruktur der Haushalte angepasst. Ohne diese Revision wäre die Inflationsrate um rund 0,1 Prozentpunkte höher ausgefallen.

Für die Analyse ist wichtig: Ab 2026 gelten neue Gewichtungen und eine neue Klassifikation. Direkte Vergleiche mit alten Detailgruppen sind nur eingeschränkt möglich.

Einordnung aus Anlegersicht

Für Anlegerinnen und Anleger ist das ein klares Signal der Entspannung. Die reale Verzinsung von Spar- und Geldmarktprodukten verbessert sich deutlich, weil die Inflation zurückgeht. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen der EZB, wenn sich der Trend bestätigt.

Allerdings bleibt die Kerninflation über 2 Prozent. Der Dienstleistungssektor zeigt weiterhin Preisdruck. Eine schnelle Rückkehr zu sehr niedrigen Inflationsraten ist daher nicht garantiert.

Fazit

Die Inflation ist im Jänner 2026 deutlich auf 2,0 Prozent gefallen. Hauptgrund sind gesunkene Energiepreise, insbesondere beim Strom. Ohne diesen Effekt läge die Teuerung weiterhin bei rund 3 Prozent.

Dienstleistungen und Mieten bleiben preistreibend. Der Rückgang ist positiv, aber er basiert stark auf Energie- und Basiseffekten.

Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das: Die reale Kaufkraft stabilisiert sich, die Zinsperspektive wird freundlicher. Ob sich dieser Trend nachhaltig fortsetzt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

KennzahlJänner 2026Dezember 2025
Inflation gesamt2,0 %3,8 %
Veränderung zum Vormonat−0,7 %
Kerninflation2,8 %
HVPI (EU-weit)2,0 %3,8 %

Strompreise drücken die Inflation deutlich

Der wichtigste Faktor für den starken Rückgang war die Entwicklung bei Strom und Energie. Die Haushaltsenergiepreise fielen im Jahresvergleich um 3,9 Prozent, Strom allein verbilligte sich um 8,2 Prozent. Im Jänner 2025 war die Teuerung noch stark von der Abschaffung der Strompreisbremse und höheren Abgaben geprägt gewesen. Heuer wirkt dieser Basiseffekt in die andere Richtung. Ohne die Strompreisentwicklung würde die Inflation bei rund 3,0 Prozent liegen. Auch Treibstoffe wirkten dämpfend. Diesel und Superbenzin verbilligten sich deutlich und reduzierten damit ebenfalls den Inflationsdruck. Heizöl setzte seinen Preisrückgang ebenfalls fort.

Dienstleistungen bleiben hartnäckig teuer

Während Energie günstiger wurde, bleiben Dienstleistungen weiterhin ein wesentlicher Preistreiber. Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 4,9 Prozent und lieferten den größten Beitrag zur Inflation. Auch Mieten stiegen weiter an, konkret um 4,0 Prozent. Die Kerninflation, also ohne Energie und saisonale Effekte, lag bei 2,8 Prozent. Das zeigt, dass der Preisauftrieb im Dienstleistungsbereich weiterhin strukturell vorhanden ist.

Lebensmittel: Entspannung, aber keine Entwarnung

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Jahresvergleich um 2,6 Prozent. Das ist deutlich weniger als im Dezember mit 3,9 Prozent.

Auffällig sind weiterhin einzelne Produkte:

  • Bohnenkaffee: +21,0 Prozent
  • Fleisch- und Wurstwaren: +5,2 Prozent
  • Zigaretten: +5,6 Prozent

Auf der anderen Seite gab es deutliche Preisdämpfer, etwa bei Speisefetten und -ölen mit minus 19,3 Prozent. Der tägliche Einkauf verteuerte sich insgesamt nur um 0,4 Prozent, der wöchentliche Einkauf um 0,9 Prozent. Damit liegen diese Warenkörbe unter der Gesamtinflation.

Monatlicher Rückgang durch saisonale Effekte

Der Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber Dezember ist vor allem saisonal bedingt. Besonders Pauschalreisen und Hotels waren nach den Weihnachtsferien deutlich günstiger. Gleichzeitig gab es zum Jahreswechsel typische Preisanpassungen bei Gebühren, etwa bei Gas oder im öffentlichen Verkehr.

Neuer Warenkorb mit Basis 2025

Mit Jänner 2026 wurde der Verbraucherpreisindex auf die neue Basis 2025 = 100 umgestellt und der Warenkorb umfassend revidiert. Grundlage sind aktuelle Daten zur Konsumstruktur der privaten Haushalte. Ohne diese Aktualisierung wäre die ausgewiesene Inflationsrate um rund 0,1 Prozentpunkte höher ausgefallen. Auch die EU-weit harmonisierte Inflationsrate liegt im Jänner bei 2,0 Prozent und damit auf demselben Niveau wie der nationale Index.

Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger?

Aus Sicht der Geldpolitik ist das eine deutliche Entspannung. Die Inflation liegt wieder nahe am Zielwert von 2 Prozent. Entscheidend wird sein, ob dieser Rückgang nachhaltig ist oder ob es sich primär um Energie- und Basiseffekte handelt.

Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das:

  • Der Inflationsdruck ist spürbar gesunken.
  • Die reale Verzinsung von Spar- und Geldmarktprodukten verbessert sich.
  • Zinssenkungen der EZB rücken wieder stärker in den Fokus.

Gleichzeitig bleibt die Kerninflation erhöht. Vor allem Dienstleistungen und Mieten zeigen, dass der Preisauftrieb nicht vollständig gebrochen ist.

Fazit

Die Inflation ist im Jänner 2026 klar zurückgegangen und liegt mit 2,0 Prozent wieder auf einem moderaten Niveau. Hauptgrund sind deutlich gesunkene Energiepreise, insbesondere beim Strom. Ohne diesen Effekt wäre die Teuerung weiterhin bei rund 3 Prozent gelegen. Dienstleistungen, Mieten und einzelne Konsumgüter bleiben weiterhin preistreibend. Unterm Strich ist das ein positiver Start ins Jahr 2026. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, hängt davon ab, wie sich Energiepreise, Lohnentwicklung und Dienstleistungen in den kommenden Monaten entwickeln.

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