Die Inflation in Österreich hat im August 2026 wieder angezogen. Nach 2,8 Prozent im Juli lag die Teuerungsrate laut Statistik Austria bei 3,2 Prozent, exakt in dem Bereich, den die Schnellschätzung bereits Anfang September signalisiert hatte. Verantwortlich dafür sind vor allem die Bereiche, die man als Autofahrer oder Häuslbauer im Alltag sofort spürt, Treibstoffe und Heizöl.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- VPI August 2026: 3,2 Prozent im Jahresabstand, nach 2,8 Prozent im Juli
- Im Vergleich zum Vormonat Juli stiegen die Preise um 0,6 Prozent
- Wichtigster Preistreiber bleibt der Dienstleistungsbereich, kurzfristig sorgten aber Treibstoffe und Heizöl für den Sprung nach oben
- Harmonisierter VPI (HVPI) lag bei 2,9 Prozent, also etwas niedriger als der nationale VPI
- Lebensmittel waren trotz allgemeiner Teuerung weiterhin günstiger als vor einem Jahr, ein Nachwirken der Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent seit Juli
Verkehr bleibt der größte Treiber
Der Bereich Verkehr weitete seine Rolle als wichtigster Inflationstreiber im August weiter aus. Die Teuerung lag hier bei 7,8 Prozent und damit spürbar über den 6,4 Prozent im Juli. Den größten Anteil daran hatten die Treibstoffpreise, die um 26,3 Prozent zulegten, nach einem Plus von 17,6 Prozent im Vormonat. Allein Dieseltreibstoff verteuerte sich im Jahresabstand um 32,6 Prozent und war damit die einzelne Position mit dem stärksten Einfluss auf die Gesamtinflation.
Wohnen und Energie ziehen an
Auch beim Wohnen wurde es teurer, hier lag die Rate bei 3,3 Prozent, nach 2,8 Prozent im Juli. Hauptgrund war ein kräftiger Preisauftrieb bei Heizöl mit einem Plus von 48,1 Prozent, nachdem es im Juli noch 26,9 Prozent waren. Auch Gas verteuerte sich merklich um 7,9 Prozent. Die Mieten legten wie schon im Vormonat um 4,4 Prozent zu.
Ein Gegenpol war der Strompreis, der weiterhin um 10,7 Prozent zurückging und die Inflation dadurch dämpfte. Die seit Jänner wirksamen Senkungen bei Elektrizitätsabgabe und Ökostrom-Förderbeitrag wirken hier weiter nach, ergänzt um einen Sozialtarif für ORF-Gebühr-befreite Haushalte und einen vergünstigten Sommer-Netztarif tagsüber.
Was die Teuerung bremst
Nicht überall ging es nach oben. Diese Positionen dämpften die Inflation im Jahresabstand am stärksten:
- Strom: minus 10,7 Prozent
- Mobiltelefonie: minus 12,5 Prozent
- Butter: minus 25,8 Prozent
- Flachfernseher: minus 7,2 Prozent
Bei Nahrungsmitteln insgesamt lag das Preisniveau um 0,3 Prozent unter dem Vorjahr, ein direkter Effekt der reduzierten Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.
VPI und HVPI im Vergleich
| Kennzahl | August 2026 | Juli 2026 |
|---|---|---|
| VPI (Jahresabstand) | 3,2 % | 2,8 % |
| VPI (Monatsabstand) | 0,6 % | – |
| HVPI (Jahresabstand) | 2,9 % | 2,7 % |
| Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf) | 4,9 % | 3,2 % |
| Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf) | minus 0,6 % | minus 1,4 % |
Der Unterschied zwischen VPI und HVPI erklärt sich hauptsächlich durch die Gewichtung, der HVPI berücksichtigt zusätzlich die Ausgaben ausländischer Touristen in Österreich.
Einordnung
Für den Alltag zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Wer viel Auto fährt oder mit Heizöl heizt, spürt die Teuerung deutlich stärker als im Juli. Beim wöchentlichen Einkauf war das Preisniveau laut Miniwarenkorb um 4,9 Prozent höher als vor einem Jahr, beim täglichen Einkauf über den Mikrowarenkorb ging es hingegen leicht zurück. Die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel bleibt damit einer der wenigen strukturellen Effekte, der breitenwirksam entlastet.
