Crédit Agricole startet in Österreich

Ein neuer Anbieter für gebundene Sparzinsen startet mit Anfang Juni in Österreich. Es ist die französische Crédit Agricole mit Sitz in Paris und ist eine der größten Geschäftsbanken in Frankreich. Das Unternehmen ist ähnlich der österreichischen Raiffeisen organisiert, denn es ist eine genossenschaftliche Bankengruppe, welche aus 39 genossenschaftlichen Regionalkassen und diese wiederum aus 2544 Einzelgenossenschaften besteht. Insgesamt hat die gesamt Crédit Agricole Gruppe über 54 Millionen Kunden bei über 150.000 Mitarbeitern (Quelle Wikipedia). Keine österreichische Bank kann dieser Bank annähernd das Wasser reichen, abgesehen von der Mutter der Bank Austria, der UniCredit.

Nachdem die Crédit Agricole in Deutschland mit einem Festgeld Angebot im Jänner 2014 in Deutschland startete, startet das Unternehmen nun in Österreich mit ihrem Angebot durch. Es tritt die Crédit Agricole Consumer Finance, eine Tochter der Crédit Agricole Gruppe, in Österreich auf. Das Angebot beschränkt sich ausschließlich auf das Angebot von Online Sparmöglichkeiten für Laufzeiten von 12 bis 84 Jahren, als 1 bis 7 Jahren. Die Zinshöhe der verschiedenen Angebote über die Laufzeiten sind gut, wenn auch nicht immer das beste Angebot, speziell bei längeren Laufzeiten. Bei einer Laufzeit von 12 Monaten ist das Angebot der Crédit Agricole aber ganz an der Spitze zu finden, ex-aequo mit der MoneYou

  • 12 Monate: 1,45% p.a.
  • 24 Monate: 1,60% p.a.
  • 36 Monate: 1,75% p.a.
  • 48 Monate: 1,85% p.a.
  • 60 Monate: 1,95% p.a.
  • 72 Monate: 2,05% p.a.
  • 84 Monate: 2,10% p.a.

Hier sehen Sie den gesamten Sparzinsen Vergleich der Crédit Agricole.

Sehr spannend ist auch die Tatsache, dass die CA-Consumer Finance in Deutschland ein deutlich unattraktiveres Angebot im Moment anbietet. Man darf davon ausgehen, dass  das Angebot in Österreich für einen erfolgreichen Markteintritt genutzt wird und daher hier im Moment höhere, fixe Zinsen angeboten werden als in Deutschland. Hier die deutschen Zinsen mit Stand 1.6.2015:

  • 1 Jahr: 1,20% p.a.
  • 2 Jahre: 1,31% p.a.
  • 3 Jahre: 1,50% p.a.
  • 4 Jahre: 1,61% p.a.
  • 5 Jahre: 1,76% p.a.
  • 6 Jahre: 1,80% p.a.
  • 7 Jahre: 1,91% p.a.

Die Vorteile des Festgeld Angebots

  • gratis Festgeldkonto
  • Mindestanlagebetrag: 5.000 Euro
  • Höchsteinlage: 500.000 EUR
  • Jährliche Zinsausschüttung auf ein Referenzkonto
  • Einlagensicherung: bis 100.000 EUR pro Kunde (durch den französischen MutterkonzernCredit Agricole)
  • Laufzeiten von 12 bis 84 Monaten
  • garantiert fester Zinssatz für die gesamte Laufzeit
  • schnelle und einfache Online-Beantragung

Einlagensicherung Frankreich – wie sicher sind Einlagen bei der Crédit Agricole?

Gemäß der EU-Richtlinie besteht auch für französische Spareinlagen eine Einlagensicherung von 100 % bei Einlagen bis zu 100.000,00 Euro. Im Insolvenzfall wird innerhalb von 5 Werktagen festgestellt ob die Schuld besteht und innerhalb von 20 Werktagen der Betrag vom Einlagensicherungsfonds (Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution) ausbezahlt. Die Crédit Agricole Consumer Finance ist eine Tochter der Crédit Agricole S.A., welche eben der französischen Einlagensicherung unterliegt, wie es der folgenden Liste zu entnehmen ist.

Steuern – was ist mit der KESt?

Natürlich sind für die Sparzinsen der Crédit Agricole auch Steuern zu bezahlen. Da im EU-Ausland gespart wird, erhält der österreichische Sparer die Sparzinsen brutto-für-netto, sprich ohne Abzug einer Kapitalertragssteuer wie es bei österreichischen Banken der Usus ist. Aber nur weil die Crédit Agricole keine Steuern abzieht, heißt dies nicht, dass keine Steuern anfallen. Ganz im Gegenteil, denn die 25 %ige KESt, bzw. das ausländische Pendant, die Quellensteuer ist auch hier fällig. Dies bedeutet, dass der Anleger bei der Crédit Agricole selbst dafür verantwortlich ist, die Steuern abzuführen. Dies passiert im nächsten Jahr über eine Einkommensteuererklärung.

Wie geht das?
Falls Sie noch keine Einkommensteuererklärung machen, so müssen Sie von der Arbeitnehmerveranlagung per Antrag auf Einkommensteuererklärung wechseln (Eingaben > Anträge > Erklärungswechsel. Dieser Wechsel hat natürlich keine Auswirkungen auf die Möglichkeit von Abschreibungen wie Werbungskosten, Sonderausgaben usw.
Danach wählen Sie das Formular E1kv aus – Einkünfte aus Kapitalvermögen
Dort tragen Sie Ihre Brutto-Zinserträge in das Feld mit der Nummer 861 „Zinsen aus Geldeinlagen und sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten/Ausländische Kapitaleinkünfte“. Diese E1kv Beilage reichen Sie mit Ihrer Einkommensteuererklärung ein und das Finanzamt berechnet Ihnen von den eingetragenen Brutto Zinserträgen die 25 % aus und dies entspricht dann Ihrer Steuerschuld

Beispiel: Erwirtschaften Sie bei der Crédit Agricole im Jahr 2015 brutto Zinsen von 100 Euro, so haben Sie im Jahr 2016 eine Einkommensteuererklärung zu machen, bei der Sie diese Zinserträge im Formular E1kv angeben. Dort tragen Sie ins Feld 861 diese 100 € ein und es entstehen so Steuerschulden in der Höhe von 25 €. Unterm Strich gibt es hier keinen Vorteil zu einer österreichischen Veranlagung abgesehen vom Zeitvorteil, dass die KESt nicht zum 31.12. abgezogen wird, sondern erst im Laufe des nächsten Jahres. Auf der Nachteilseite findet sich der Aufwand, welcher sich in ca. 10-15 Minuten Arbeit niederschlägt beim ersten Mal und im Laufe der Zeit immer schneller geht.

Tipp: Es gibt die Freigrenze von brutto 22 Euro von Zinseinkünften im Ausland. Wenn die Zinseinkünfte unter diesem Betrag liegen, so besteht keine Veranlagungspflicht und die Formulare sind nicht auszufüllen.

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