Bank Austria senkt die Habenzinsen auf 0 % auf ihre Konten

Gestern ging ein leiser Aufschrei durch die Presse, denn die Bank Austria senkte für alle Neukunden die Zinsen für Guthaben auf ihren Girokonten auf 0 %. Es gibt also keine Zinsen mehr, wenn ein Guthaben auf diesen Konten vorhanden ist. Die Aufregung ist gar nicht so sehr, dass diese Senkung geschah, sondern dass die Usance gebrochen wird, dass es Zinsen für Guthaben gibt. Vergleicht man die Guthabenzinsen der anderen Banken so sind diese ebenfalls mehr als mickrig mit 0,01 z. B. – insgesamt also nicht nennenswert, doch fällt die Bank Austria auch hier auf, mit den bisherigen Gepflogenheiten zu brechen und die Dinge beim Namen zu nennen.

Die Bank Austria hat die Zinsen ihrer Girokonten aber nicht nur auf der Habenseite geändert, sondern auch auf der Sollseite. Eröffnet man nun bei der Bank Austria ein Girokonto und überzieht dieses, so kommt dies in Zukunft deutlich günstiger, denn die Bank Austria senkte die Sollzinsen auf ihren Girokonten. Ab sofort orientieren sich die Sollzinsen am Euribor plus einem Aufschlag von 7 %. Da der Euribor für 3 Monate im Moment leicht negativ ist, ergibt sich bei der Bank Austria nun ein Sollzinssatz von 7 %. Mit diesem Zinssatz für Überziehungen liegt die Bank Austria vorne im Vergleich der Überziehungszinsen und erfreut wohl so manche Konsumentenschützer, die immer wieder die hohen Zinsen für Überziehungen monieren.

Unterm Strich geht es bei der Diskussion um 0 % Habenzinsen nicht um den monetären Erfolg, sondern vielmehr um den Bruch mit der bisherigen Geschichte des Girokontos. Der Ertrag aus den Habenzinsen am Girokonto war nach Abzug der KESt mehr als überschaubar und es ist deutlich lukrativer sein vorhandenes Geld auf ein täglich fälliges Online Konto zu parken, denn dort gibt es deutlich höhere Zinsen. Dies ist per Überweisung, Dauerauftrag oder Abschöpfungsauftrag ganz einfach möglich und bringt unterm Strich, nach Abzug der KESt und Spesen deutlich mehr. Was bei der Diskussion deutlich mehr für den Einzelnen bringen würde ist die Betrachtung der Kontoführungsgebühren, welche 100 Euro und mehr im Jahr ausmachen kann und deutlich reduziert werden könnten mit einem Vergleich der Konditionen.

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