Number26 wird Bank und heißt nun N26

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass Number26 40 Millionen Euro an Finanzierung erhalten hat. Dieses Geld wird nun anscheinend unter anderem dafür verwendet, dass aus Number26 eine echte Bank wird und der Umweg über die Whitelabel-Bank, die WireCard Bank AG aus München, nicht mehr notwendig ist. Mit dieser Vollbanklizenz will N26 nun in ganz Europa tätig werden.

Markus Gunter wird neuer Teil des Vorstands der Bank

Es darf nicht jeder Chef einer Bank werden, denn hier gibt es strikte Vorgaben an die handelnden Personen. Aus diesem Grund hat sich N26 Verstärkung geholt mit Markus Gunter, welcher früher Chef der deutschen DAB Bank war. Ihm zur Seite steht mit Matthias Oetken ein weiterer erfahrener Banker: Der Risiko- und Portfolio Management-Spezialist wird als CFO/CRO die Verantwortung für die Finanzen und das Risikomanagement übernehmen. Da nun die N26 Gruppe gegründet wurde mit der Number26 GmbH und der N26 Bank GmbH bleiben die bisherigen Geschäftsführer Valentin Stalf, Maximilian Tayenthal und Christian Rebernik in den bisherigen Positionen und die beiden neuen Markus Gunter und Matthias Oetken

Besser & schneller wird N26 durch die Vollbank

In der Pressekonferenz erklärt Co-Founder Valentin Stalf, dass durch die Vollbanklizenz N26 nun besser und schneller Produkte entwickeln können. Wie dies möglich sein soll, das hat er leider nicht erklärt. In den letzten Monaten gab es mehrmalige Ankündigungen, dass im Jahr 2016 im 6 bis 8 Wochen Rhythmus mit neuen Produkten von Number26 zu rechnen ist. Wirft man einen Blick auf die Produktpräsentationen im Jahr 2016 dürfte N26 sehr weit von diesem Ziel entfernt sein, wenn nicht in der 2. Jahreshälfte ein Feuerwerk an neuen Produkten abgebrannt wird. N26 ist anscheinend weiterhin optimistisch und informiert:

„Künftig werden wir auch Leistungen in den Bereichen Vermögens- und Kapitalanlagen, Kreditvergabe und Versicherungen anbieten – allerdings sehr viel persönlicher, innovativer und schneller, als bisher möglich. Davon wirst du in den kommenden Wochen bereits einiges zu sehen bekommen und kannst auf vieles Weitere gespannt sein.“

Ein neues Produkt wird nächste Woche mit Vaamo präsentiert. Hier kann mit wenigen Klicks Geld investiert werden. Unterm Strich ist die Kooperation mit Vaamo eine nice-to-have Partnerschaft, denn es wird Geld hier in einen Investmentfonds investiert. Die N26 würden sich viel mehr über Ansparprodukte freuen. Investments in einen bzw. mehrere Fonds, so simpel und einfach sie auch sein mögen, stehen wohl nicht auf der Wishlist der Kunden, sondern viel mehr auf der Wishlist von N26 um Geld zu verdienen.

Ein weiteres Produkt, wohl eher im Herbst, wird die Möglichkeit sein, dass in Echtzeit Transaktionen auf Freunde aufgeteilt werden können. Wird ein Mittagessen mit N26 bezahlt und kostet 100 Euro, so können diese Kosten dann mit wenigen Klicks mit Freunden geteilt werden, dass die Kosten eben rasch und unkompliziert aufgeteilt werden können. Klingt nett, aber wohl auch nicht die Killerfunktionalität.

IBAN und BIC werden sich ändern

Da in Zukunft nicht mehr die WireCard Bank hinter N26 steckt, werden sich so auch die IBAN und der BIC verändern. Es werden wohl auch alle Karten ausgetauscht, denn vermutlich gehören diese der WireCard Bank AG und nicht N26. Da wird wohl einiges auf die Kunden von N26 zukommen, denn Daueraufträge hin zu N26 werden sich wohl nicht automatisch ändern. Ähnlich wird es sich mit SEPA-Lastschriften verhalten. Für die Bestandskunden heißt es wohl: Fürchtet euch heute schon mal auf den Tag der Tage.

Kundenwachstum noch immer sehr hoch

Das Wachstum ist bei N26 noch immer sehr hoch und man darf gespannt sein, ob es in diesem Tempo weitergeht. Waren es Ende 2015 noch rund 100.000 Kunden die N26 hatte, so sind zum heutigen Zeitpunkt bereits über 200.000 Kunden, wie Valentin Stalf in der Pressekonferenz erklärte. Klingt alles sehr beeindruckend, jedoch muss man wohl sehr genau hinsehen, wie viele Kunden das N26 auch tatsächlich nutzen. Alle 200.000 Kunden nutzen das N26 Angebot sicherlich nicht als Hauptkonto und es gibt wohl die eine oder andere Karteileiche, also Kunden welche das Konto und die Karte beantragt haben, aber nicht aktiv nutzen. Diese gilt es zu aktivieren, das

Weiterhin Probleme bei der Nutzung von N26

Was N26 anscheinend nicht in den Griff bekommt sind die Probleme. Ist die Nutzung von N26 in Österreich von Haus aus eingeschränkt (siehe dazu die Auflistung der Probleme auf gratis-konto.at) gab es die letzten Tage Probleme mit den Buchungen. Es wurden keine Eingänge und auch keine Ausgänge verbucht. Das Problem ist aber schon wieder gelöst. Dennoch ist es mehr als ungewöhnlich für Konsumenten, wenn das Banking nicht so funktioniert, wie man es erwarten darf.

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