Vermögen in Österreich nimmt zu: 20 % des Vermögens auf täglich fällig Einlagen

Die Österreichische Nationalbank hat in einer Aussendung bekanntgegeben, dass sich das Geldvermögen in Österreich von 2013 auf 2014 um insgesamt 2,7 % erhöht hat. Damit nahm das Geldvermögen um satte 15,1 Milliarden Euro auf insgesamt 572,4 Milliarden Euro zu. Der größte Teil des Vermögenszuwachs, nämlich 1,7 % stammt aus Transaktionen, während die restlichen 1 % aus der Bewertung von Wertpapieren stammt, welche im letzten Jahr einen Höhenflug durchmachen durften.

Interessant ist, dass die OENB in ihren Erhebungen feststellte, dass die Sparquote in Österreich weiterhin hoch ist und bei 7,5 % liegt (2013: 7,3 %). Wenn Herr und Frau Österreicher sparen, so wollen sie aktuell rund 20 % auf täglich fällige Spareinlagen zur Verfügung haben, für die täglichen Anschaffungen. Die OENB sagt dazu, dass viele Österreicher deshalb auf täglich fällig veranlagen, weil die Zinskurve sich verflacht und der Unterschied zwischen den Zinsen auf täglich fällige Spareinlagen und gebundene Einlagen kaum attraktiv sind und somit viel Geld auf täglich fällig veranlagt ist. Sieht man sich hier einen aktuellen Sparzinsen Vergleich an, so sieht man, dass für täglich fällige Sparzinsen im Moment bis zu 1,2 % bezahlt werden, für 1 Jahr Bindung 1,8 % und für 2 Jahre Bindung satte 2,0 %. Nach Abzug der KESt bleibt ein Umschichten der Spareinlagen wohl nur für größere Einlagen es interessant, dass auf längere Bindefristen ausgewichen werden.

Interessant ist, dass viele Österreicher bereits jetzt sehr viel Geld in Investmentzertifikate stecken. Heißt es offiziell immer wieder, dass Wertpapiere für den gelernten Österreicher ein Graus sind, so sagt die Statistik der OENB, dass ein Drittel der gesamten Geldvermögensbildung über Investmentzertifikate erfolgt in einer Höhe von 3,3 Milliarden Euro. Diese hohe Summe gelingt durch die Vermögensbildung bzw. Sicherung über Renten- und Immobilienfonds sowie über Zertifikate von gemischten Fonds.
Im Unterschied zu Investmentzertifikaten kamen Anleihen im Jahr 2014 überhaupt nicht gut bei den Österreichern an. Zum Teil sicherlich durch die niedrigen Zinsen, aber auch durch die Diskussionen über die Sicherheit von Bank- und Unternehmensanleihen gaben die Österreicher 2014 Wertpapier in der Höhe von 4,3 Milliarden Euro ab.

Was ebenso noch interessant ist: Die Haushalte in Österreich haben neben dem Geldvermögen von 572,4 Milliarden Euro natürlich auch offene Kredite. Die Kredite, vor allem aus dem Bereich der Finanzierung des eigenen Häusls oder Eigentumswohnung, beliefen sich auf 166 Milliarden Euro. Das Delta aus Geldvermögen und offenen Krediten beträgt somit 406 Milliarden Euro. Nicht schlecht oder?

Achja: Der Schuldenstand Österreichs war im Jahr 2014 laut Statistik Austria bei 278 Milliarden Euro

Quellen:

 

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